Der Deutsche Michel

Der Deutsche Michel

Was dem Franzosen die Marianne, dem Amerikaner Uncle Sam und dem Engländer John Bull ist uns Deutschen der Michel : jenes kollektive Abziehbild und zipfelmützige deutsche Nationalallegorie, auf die Karikaturisten so gerne zurückgreifen, wenn sie zeigen wollen, wie dem armen Volk von „denen da oben“ mitgespielt wird.

Der Deutsche Michel ist gemünzt auf den biederen, unpolitischen und etwas schlafmützigen Bürger, der gerade in politischen Auseinandersetzungen sich seiner Machthaber nicht zu erwehren weiß und wach gerüttelt werden muss. Bis heute ist nicht genau bekannt, wann die Redewendung entstanden ist. Eine erste Erwähnung findet sich 1541 in der Sprichwörtersammlung des Dichters Sebastian Franck. Gemeint war mit dem „Michel“ ein ungebildeter, einfältiger Mensch. Sein Name soll dabei zurückgehen auf die häufige Kurzform des Vornamens Michael, der in den mittelalterlichen bäuerlichen Kreisen häufig war. Als Überwinder des Teufels diente der Erzengel Michael den Deutschen als Schutzheiliger. Das städtische Bildungsbürgertum hat die Kurzbezeichnung des Namens wohl zuerst satirisch auf den Bauernstand bezogen bevor das Attribut „deutsch“ eine Erweiterung auf das ganze Volk bewirkte.

ProDMler dagegen sind weder bieder, noch müssen sie wachgerüttelt werden!

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